Meine Kandidatur für die Bundestagswahl 2021

Am 26.02.2021 wurde ich auf der digitalen Aufstellungsversammlung von Volt Thüringen zur regionalen Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl 2021 gewählt.

Meine Vorstellungsrede von der Aufstellungsversammlung

Hallo ihr lieben,

eigentlich dachte ich, dass ihr schon das wichtigste über mich wisst, aber dann meinte Gerit gestern ja im Thüringen-Call, dass man über mich doch noch zu wenig weiß und deswegen möchte ich an dieser Stelle ergänzend zu gestern Abend ein paar Sachen voran schieben: ich mag lieber weißen als roten Wein, aber im Grunde ist es mir egal. Hauptsache kein Bier. Und auch kein Kaffee, deswegen ist Volt Thüringen möglicherweise der einzige Landesverband, in dessen Geschäftsstelle es keine Kaffeemaschine gibt. Ich lebe nicht vegetarisch oder vegan, esse aber nicht besonders oft Fleisch. Wenn ich gefragt werde, ob Schokolade oder Gummibärchen, dann ist meine Antwort: ganz klar beides. Naja, was die meisten jedenfalls wissen dürften: Ich bin 22, studiere hier in Jena mittlerweile seit 4 Jahren Lehramt für die Fächer Deutsch und Philosophie und träume seit Anfang meines Studiums von einem besseren Bildungssystem. Und weil man einen Menschen wahrscheinlich am besten über seine Träume kennenlernen kann, möchte ich mit euch etwas tiefer in meine Träume über unsere Zukunft einsteigen. Let’s go!

Wenn ich mal in die Zukunft träumen darf, dann sehe ich eine Welt, in der jegliche gesellschaftliche Kategorien, egal ob arm oder reich, schwarz oder weiß, homo- oder heterosexuell, Mann oder Frau uvm. schlichtweg keine Rolle mehr spielen. 

Ich sehe einen Welt, in der gute Bildung für alle zugänglich ist und die Herkunft keine Rolle für die Zukunft spielt. In dieser Welt wird niemand abgehängt, denn alle kümmern sich umeinander.

Ich sehe eine Welt, in der Bildung nicht an Abschlüsse geknüpft ist, wo es nicht um Noten geht, sondern Wissen und Fähigkeiten und wo junge Menschen zu Persönlichkeiten gebildet und erzogen werden, die die Ideale von Nachhaltigkeit, sozialer Gleichberechtigung, Frieden, Freiheit und Achtung der Menschenwürde wirklich verinnerlicht haben. Denn diese Welt braucht keine Zeugnisse, sondern Zukunftsdenker. Sie braucht Menschen und keine zum Bulimielernen herangezogene Lern-Maschinen. 

Wenn ich mal in die Zukunft träumen darf, dann sehe ich eine Welt, in der künstliche und natürliche Intelligenzen Hand in Hand miteinander leben, ohne dass wir die Souveränität über unsere Daten aufgeben müssen. Und in dieser Welt wird u.a. mithilfe der Digitalisierung mehr Transparenz und Teilhabe an politischen Prozessen geschaffen.

Ich sehe eine Welt, in der wir Nachhaltigkeit vollumfänglich denken und umsetzen: sozial, ökologisch und ökonomisch. Denn unendliches Wachstum und Ausbeute ist weder für unsere Erde noch für uns als Menschheit gut.

Und schließlich sehe ich eine Welt, in der sich noch mehr Menschen für Politik interessieren und engagieren, weil sie politische Prozesse verstehen und begriffen haben, dass meckern einfach nicht reicht. Es ist eine Welt, in der Politik nicht mit Korruption in Verbindung gebracht wird, weil es keine Korruption mehr gibt und in der sie ihr allgemein teilweise sehr negatives Image abgelegt hat. Es ist eine Welt, in der jeder Mensch an seine Zukunft und die seiner nächsten denkt. 

Deshalb möchte ich auch nicht nur kandidieren, um Volt voranzubringen, sondern dabei gleichzeitig noch mehr Menschen für Politik und politische Arbeit begeistern. Politik geht alle an und muss deshalb auch von allen mitgestaltet werden, vor allem in einer Demokratie. Und dieses “Gestalten” darf sich nicht nur auf ein Kreuz am Wahltag beschränken.

Doch was müssen wir tun, um noch mehr Menschen für Politik zu begeistern?

  1. Transparent arbeiten, um Verständnis zu schaffen und Vertrauen aufzubauen

-> Das, was ich hierfür gerne machen möchte und zum Teil auch schon in den letzten Monaten getan habe, ist so viel wie möglich über die eigene Arbeit zu berichten. Die Menschen wollen wissen, was “hinter den Kulissen” passiert, denn nur so können wir Verständnis schaffen. Dazu ist es auch wichtig, über das eigene Einkommen, Mitgliedschaften in Verbänden und finanzielle Investments öffentlich Auskunft zu geben – all das findet ihr auch bereits auf meiner persönlichen Website. Nur so können wir wirklich Vertrauen aufbauen.

  1. Authentisch sein und sich anderen gegenüber öffnen

-> Wenn es darum geht, Menschen zu politischem Engagement zu motivieren, spielen die eigene Motivation und Persönlichkeit eine unfassbar große Rolle. Denn schließlich arbeiten wir ja alle am liebsten mit Menschen zusammen, in denen wir uns wiederfinden, die uns sympathisch sind. Ich hab irgendwann mal gelernt, dass man nur dann Menschen wirklich für sich gewinnen kann, wenn man nicht irgendeine Rolle spielt, sondern wenn man offen und ehrlich ist und zu sich selbst steht. Deswegen habe ich mich seitdem nie wieder versteckt, nie wieder Menschen angelogen, auch wenn ich bis dato ein äußerst schüchterner Mensch war und so ziemlich alles verheimlicht habe. Heute sage ich zwar nicht beim ersten Kennenlernen “Hey, ich bin Sophie, wurde als Frau geboren, identifiziere mich aber nicht unbedingt als solche und finde zwar alle Geschlechter attraktiv, stehe aber eher auf Frauen.” Aber es ist auch kein Geheimnis, denn alle, die mich schon etwas kennen oder mir bei Instagram oder Facebook folgen, dürften es wissen. 

Desweiteren muss ich zugeben, dass es nicht besonders konsequent ist, wenn mir auf der einen Seite ein nachhaltiges Leben wichtig ist, und ich aber auf der anderen Seite immer noch an tierischen Produkten hänge. Man kann sich natürlich darüber streiten, ob wir noch Schnitzel essen sollten, aber man sollte auf jeden Fall dabei ehrlich sein. Es ist für niemanden schön, wenn wir uns für eine politische Rolle verbiegen und Aspekte unseres Lebens verleugnen. Und vielleicht findet sich der oder die ein oder andere ja auch genau in diesen Aspekten wieder. 

Schließlich können wir uns auch durch Authentizität von anderen abgrenzen: wir sind keine Berufspolitiker*innen, sondern Menschen mit Leidenschaft für Politik und dem Mut, Veränderungen voranzutreiben. 

  1. Wir müssen die Perspektive umkehren: Es sollte nicht heißen “WIR Politiker*innen und DIE Bürger*innen”

-> Wir müssen uns als eine Gemeinschaft verstehen. Eine Gemeinschaft, die zwar auch mal miteinander streitet, aber in der es am Ende um das Wohl aller geht. Dabei ist wohl das Wichtigste, so oft wie möglich miteinander zu sprechen und dabei nicht nur “auf Sendung” zu sein, sondern auch intensiv zuzuhören. Und währenddessen ist die wohl schwerste Aufgabe für uns alle die des Verstehens, das Entwickeln eines Verständnisses für den Anderen und seine Situation. 

So, ich muss an der Stelle erstmal aufhören, auch wenn ich euch gerne noch weitere Punkte nennen würde. Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen: Ich möchte Politik nicht nur für Menschen, sondern vor allem mit Menschen machen. Ich möchte nicht einfach nur für Volt kandidieren, sondern meine Kandidatur nutzen, um noch mehr Menschen für Politik zu begeistern. Und ich möchte das gerne mit euch gemeinsam machen. Deswegen bin ich auch sehr offen für Vorschläge, was ich als Kandidatin und auch gerne als Spitzenkandidatin machen soll, falls ihr mich wählt. Und ich glaube, ich bin für fast jeden Spaß zu haben.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit!