2021 – Lasst uns Grenzen überwinden!

Das letzte Jahr war eine emotionale Achterbahnfahrt. Angefangen mit der Wahl Thomas Kemmerichs zum Thüringer Ministerpräsidenten und unserer Landesverbandsgründung, gefolgt von Corona, dem ersten Lockdown, einer Phase des leichten Aufatmens im Sommer, die Ermordung von George Floyd und #blacklivesmatter, der Brand in Moria bis zum nächsten Lockdown und einem Weihnachten, das so ganz anders aber trotzdem auch irgendwie schön war und schließlich dem Schlussakkord des Brexit. 2021 kann eigentlich nur besser werden, aber ich fände es falsch, vollkommen schlecht oder enttäuscht auf 2020 zurückzublicken. Denn ich glaube, wir haben alle eine Menge gelernt, sind an den Herausforderungen gewachsen und haben gespürt, was uns als Menschen verbindet und was uns trennt. Wir mögen unterschiedlicher Meinung sein, uns über Politik streiten, Verschwörungstheorien glauben oder verabscheuen, den Brexit befürworten oder betrauern, uns respektvoll gegenüber anderen und Andersdenkenden verhalten oder nicht, wir mögen in Not geratenen helfen oder nicht. Fakt ist: Ein Virus wie Covid-19 interessiert sich für all diese Sachen nicht. Es richtet sich nicht nach unserer Meinung. Es ist ihm sogar egal, ob wir an seine Existenz glauben oder nicht. Dabei sehen wir auch, dass unser Mensch-Sein uns alle verbindet und wir am Ende alle eben doch im selben Boot sitzen. Es ist dann egal, welchen Pass du hast und ob du aus Syrien kommst oder aus Deutschland. Es ist sogar egal, aus welchem Teil Deutschlands du kommst und ob du auf dem Land oder in der Stadt wohnst. Es ist egal, welcher Hautfarbe oder Sexualität du bist. Es ist egal, welche Partei du wählst und welche politische Meinung du hast. Das Virus schafft etwas, wofür wir als Gesellschaft noch Jahre oder sogar Jahrzehnte brauchen werden: Grenzen zu überwinden. Und genau hier müssen wir uns politisch noch stärker ins Zeug legen. Grenzen sind wichtig, sie sind identitätsstiftend, sie definieren uns. Andererseits lassen wir uns an vielen Stellen auch zu sehr von ihnen beeindrucken und schrecken vor Sachen zurück, weil wir glauben, dass sie nicht möglich sind oder halten einen anderen Menschen für so “anders”, dass wir uns ihm gegenüber distanzieren und – vermutlich aus einem Verteidigungsmechanismus heraus – ihn sogar angreifen und verletzen. Manchmal mit Worten, manchmal mit Taten. Dabei dürfen wir nie vergessen, dass diese Grenzen nur von uns selbst gesteckt sind – sie sind nicht natürlich gegeben – und dass es keine Grenze gibt, die wir nicht überwinden könnten. Deswegen stehen wir für eine neue Art von Politik: Politik, die Grenzen überwindet. 2021 nehmen wir an mehreren kommunalen, regionalen und einer nationalen Wahl teil, um diese Denkweise in noch mehr Parlamente zu tragen und politisches Handeln noch grenzübergreifender zu gestalten. Wenn du uns dabei unterstützen möchtest, meld dich gerne bei mir. Aber unabhängig von den Wahlen und abseits der “großen Politik” sollten wir auch im Kleinen bei uns selbst schauen, welche Grenzen uns definieren und überlegen, wie wir sie überwinden können. Dass jemand anderes anders aussieht, spricht oder sich verhält sollte uns nicht abschrecken, ihn/sie kennenzulernen. Dass jemand eine andere Meinung hat, sollte uns gerade erst dazu ermutigen, uns mit ihm/ihr auseinanderzusetzen und zu diskutieren als getrennte Wege zu gehen. Dass jemand anderes, mit dem wir weder befreundet noch verwandt sind, in Not geraten ist, sollte uns nicht abhalten, ihm/ihr zu helfen. Dass etwas vermeintlich nicht möglich ist, sollte uns nicht aufhalten, es zu versuchen. Und schließlich: dass etwas immer schon irgendwie war, muss nicht heißen, dass es nicht anders werden kann und dass wir es nicht verändern können. 2021 ist vielleicht genau das Jahr, um auch große Veränderungen anzugehen – um Wirtschaft nachhaltiger, Bildung und Verwaltung digitaler und Politik im allgemeinen positiver und zugänglicher zu gestalten. Zumindest ist das ein Antrieb für mich dieses Jahr. Denn auch wenn 2020 anstrengend war und wir vielleicht immer noch etwas erschöpft und mit Sorge auf die Welt blicken, so scheint mir doch ein Neuanfang in der Luft zu liegen. In Thüringen haben wir voraussichtlich im April die Neuwahl des Thüringer Landtages – vielleicht ein Neustart für Thüringen. Im Herbst findet die Bundestagswahl statt. Es ist sicher, dass danach jemand anderes im Kanzleramt sitzt – vielleicht auch hier ein Neustart für Deutschland. Auf jeden Fall ist es eine neue Situation für alle jungen Menschen, die wie ich bisher keine andere Kanzlerin oder einen anderen Kanzler bewusst erlebt haben. Doch egal ob in Thüringen oder in Berlin – es ist nicht sicher, ob es besser oder schlechter wird. Deshalb sollten wir uns vielleicht noch in diesen Tagen, wo sich das Jahr gerade erst etwas warm läuft noch die Zeit nehmen, das Alte Revue passieren zu lassen und dankbar für das zu sein, was gut lief und all jenes auf eine Liste zu schreiben, was wir besser machen müssen. Für mich sind das folgende Sachen:

An erster Stelle (weil mein Herzensthema) steht bei mir die Digitalisierung der Bildung. Direkt danach die Verbesserung des Gesundheitswesens und eine faire Bezahlung des medizinischen Personals, egal ob im Pflegeheim oder in einem Krankenhaus. Auch in der Verwaltung muss Digitalisierung endlich ankommen – staatliche Dienstleistungen sollten auch per App erreichbar sein. Und neben all der Beschäftigung mit den Nebenwirkungen der Corona-Pandemie dürfen wir natürlich nicht den Klimawandel vergessen. Während wir der Wirtschaft helfen müssen, wieder auf die Beine zu kommen, sollten wir auch endlich damit anfangen, Unternehmen dabei zu unterstützen und sie noch stärker zu motivieren, sich nachhaltiger aufzustellen. Zu guter letzt kann ich als Dorfkind nur noch sagen: Lasst uns den ländlichen Raum stärken und dafür sorgen, dass die Grenze zwischen Stadt und Land kein Tor zu einer anderen Welt ist, was Mobilität, Internet und andere Infrastruktur anbelangt. Es sollte ein Tor zu einer anderen, aber genauso schönen und lebenswerten Welt sein.

An dieser Stelle wünsche ich allen Stadt- und Dorfkindern einen fantastischen Start in dieses neue Jahr sowie natürlich ganz viel Gesundheit, ganz viel Freude, ganz viel Mut zu neuen Dingen und Veränderungen und ganz viel Erfolg dabei. Lasst uns Grenzen überwinden!

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